Olympiastützpunkt

Sportmedizin nicht nur für Hochleistungssportler

Die Entwicklung, Förderung und Sicherung sportlicher Höchstleistungen von Spitzensportlern in der Region ist die zentrale Aufgabe des Olypiastützpunktes Leverkusen (OSP). Das Ziel der gesamten Mannschaft ist es, auf verantwortungsbewusstem Weg möglichst viele Erfolge bei Olympischen Spielen, Paralympics und anderen internationalen Wettkämpfen zu erreichen. Sportarten- und disziplinübergreifend steht dafür ein kompetentes und engagiertes Team am Olympiastützpunkt ein. Wir sind stolz Teil dieses Teams zu sein und den OSP und unsere Sportler schon lange unterstützen zu dürfen.

 

Schon bei den Olympischen Spielen 1968 in Mexiko-Stadt soll beobachtet worden sein, dass sich die Spitzensportler auffallend wenig um ihre Zähne kümmern und bis London habe sich daran auch nichts geändert, schreiben Autoren einer Analye an der Universität London. 39 Studien werteten sie aus und das Ergebnis war mehr als erstaunlich, zumal sich Weltklasseathleten ja sonst sehr um ihren Körper sorgen. Je nach Erhebung hatten bis zu 75 Prozent der Topsportler Zahnprobleme. Allein in London mussten während der Wettkämpfe 278 Athleten aus Europa, Amerika und Afrika zum Zahnarzt. 55 Prozent hatten Karies, sogar 76 Prozent eine Gingivitis (eine zumeist bakteriell verursachte Entzündung des marginalen Zahnfleisches), 15 Prozent eine Paradontitis und 45 Prozent Erosionen. Allein diese Zahlen belegen die hohe Bedeutung einer zahnmedizinischen Betreuung der Sportler, denn diese sollen sich ja gerade in der Trainingsphase als auch bei den Wettkämpfen auf die wesentlichen Dinge konzentrieren können. Und dabei kommt es auf den richtigen Biss an, für den Sportler und für die Kiefer. Zähne haben für den gesamten Körper und damit auch für seine Leistungsfähigkeit eine enorme Bedeutung. So genannte nervtote Zähne führen sogar zu einer Mehrfachbelastung des Körpers.

Unter anderem verursachen die in den Verzweigungen des Wurzelkanalsystems verbleibenden Resteiweiße und Bakterien regelmäßig Entzündungen oder Zysten und belasten das Immunsystem. Diese Belastungen können gesunde Körper zwar kompensieren, aber trotzdem wird die Leistungsfähigkeit eingeschränkt. Durch mikroskopische Wurzelbehandlungen (Endodontologie) können wir diese Risiken für unsere Athleten beseitigen.  Ohne Kontrolluntersuchungen werden Zähne zu Zeitbomben. 
Mit Hilfe hochmoderner 3 D -Röntgengeräten sind wir heute allerdings in der Lage, sogar in die Kiefergelenke hineinzuschauen und sämtliche versteckte Entzündungsherde zu entdecken. Ein digitaler Volumentomograph (DVT) ermöglicht uns so eine Diagnostik und Vermessung in allerhöchster Präzision.
Die sportzahnmedizinische Untersuchung und Therapie kann in der Regel für eine geringere Verletzungsanfälligkeit, eine höhere Leistungsfähigkeit und eine schnellere Regeneration sorgen. Gerade so genannte Biss-Fehlstellungen, oft kombiniert mit Fehlstellungen der Wirbelsäule, können die Beweglichkeit und damit die Leistungsfähigkeit einschränken. Diese Fehlstellungen können mit Hilfe von Schnelltests, Wirbelsäulenvermessungen, dreidimensionalen Röntgenbildern erkannt und dann mit speziellen Bissschienen und Therapien korrigiert werden.
 Bei Sportlern kommt hinzu, dass diese bei großen körperlichen Anstrengungen die Zähne sehr stark zusammenbeißen. Dadurch entsteht ein massiver Druck auf die Kiefergelenke, der zur Verspannung der gesamten Nackenmuskulatur führen kann. Eine Kieferfehlstellung kann sich dann noch stärker auf den gesamten Körper negativ auswirken. Die Konsequenzen können gerade für Sportler verheerend sein, denn die Beweglichkeit, das Reaktionsvermögen und die Ausdauer lassen nach. Zahlreiche deutsche Weltklassesportler nutzen bereits die speziellen Schienen- und Alignertechniken und haben dadurch ihre Leistungsfähigkeit wiedererlangt.

 


Ein weiteres Tätigkeitsfeld für einen Sportzahnarzt ist die Anfertigung eines individuellen Mundschutzes, etwa für Boxer, Basketballer, Hockey- oder Handballspieler. Auch bei anderen Sportarten wird immer häufiger ein Mundschutz eingesetzt.