Die Mär von genetisch schlechten Zähnen

„Nein“, sagt Dr. Ulrich Schmitt, und schüttelt vehement den Kopf. Das Vorurteil unabänderlich schlechter Zähne ‚von Haus aus‘ hält sich hartnäckig, sei aber so nicht richtig. Es gibt zwar individuelle Risiken an Karies oder Paradontitis zu erkranken,
ob man es dann aber tut – und in welchem Ausmaß – hängt nach Expertenmeinung aber vor allem von drei Dingen ab:

1. Mundhygiene. Saubere Zähne sind gesunde Zähne.Sorgsame Mundhygiene hat einen sehr großen Anteil an gesunden Zähnen, da nur so der bakterielle Film auf den Zähnen entfernt werden kann. Dazu gehört die häusliche Pflege genauso wie die professionelle Zahnreinigung, die immer auch die Zahnfleischtaschen mit einbeziehen und bestenfalls von einer erfahrenen Dentalhygienikerin durchgeführt werden sollte.

2. Speichel. Er reinigt die Zähne, puffert Säuren ab und remineralisiert den Schmelz.Speichel enthält alle chemisch gelösten Mineralien, die in der Zahnhartsubstanz vorhanden sind, und kann so ständig die angegriffene Zahnoberfläche regenerieren. Wenn buchstäblich „die Spucke“ weg bleibt, im Alter, durch Krankheit oder Medikamenteneinnahme, sollte man dies auf alle Fälle seinem Zahnarzt mitteilen. Das Kariesrisiko steigt dann um ein Vielfaches an und es sind unter Umständen weitergehende vorbeugende
Maßnahmen notwendig.


3. Früherkennung. Viele Erkrankungen verlaufen lange ohne Beschwerden. Oft entzündet sich z.B. die Zahnwurzel von innen durch Karies, die sich neu oder unter einer Restauration entwickelt hat. „Selbst wenn sich die Entzündung um die Wurzelspitze herum ausbreitet, haben die Patienten in diesem Stadium meist keine Beschwerden,“ so Dr. Schmitt. Wichtig ist daher eine frühzeitige Erkennung von Karies, ersten Anzeichen von Parodontitis oder auch undichten Restaurationen. Hier helfen dem Zahnarzt spezielle Röntgenaufnahmen, ein Karieslaser, das Arbeiten mit hochauflösender Lupenbrille und dem Dental-Mikroskop.

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