Als erfahrener Zahnarzt beantworte ich hier die Fragen,
die mir meine Patienten am häufigsten stellen.

Ist ein neues Langzeitprovisorium nach 10 Jahren sinnvoll?
Hallo!
Ich habe einen wurzelgefüllten Backenzahn, der 10 Jahre lang mit einem Langzeitprovisorium versorgt war. Nun ist, nachdem erst die Verblendung ab geplatzt ist, vor 2 Wochen das ganze Provisorium
rausgebrochen. Meine Zahnärztin möchte den Zahn erneut mit einem laborgefertigten LZP versorgen, da man ja "nicht wissen kann, wie lange und ob der Zahn ruhig bleibt". Die Kosten für mich sind ca
800€.
Macht das nach so langer Zeit Sinn? Sollte ich auf etwas besonders achten?
Hallo Ramona,
nein das macht keinen Sinn. Ein Langzeitprovisorium ist dafür da nach einer Wurzelakanalbehandlung eine begrenzte Zeit abzuwarten, ob die Behandlung erfolgreich war. Für die meisten Zahnärzte
bedeutet das je nach Ausgangslage 6-12 Monate.
Worum es jetzt bei ihnen geht kann ich nicht beurteilen. Aber entweder der Zahn ist symptomfrei und entzündungsfrei, im Röntgenbild und oder DVT ohne Befund oder eben nicht. Wenn nicht, dann muss
entweder noch einmal therapiert werden oder der Zahn entfernt werden. Wenn alles gut ist, dann bekommt er eine definitive Versorgung, weil man sonst unnötig Kosten für ein weiters Langzeitprovisorium
verursacht und weil das Risiko einer Sekundärkaries (erneute Karies unter der Krone bei provisorisch eingesetztem Langzeitprovisorium) und / oder Reinfektion des Wurzelkanalsystems zu groß ist.
Zumindest unnötig. Machen wir demächst auch nur noch provisorische Füllungen? Man weiß ja nie? Entschuldigung für die provokante Frage.
Wenn Sie sich unsicher sind, dann holen Sie sich eine zweite Meinung ein über den Zustand des Zahns, am besten von einem Endodontologen. Wenn Sie mögen, können Sie mir aber auch an die Praxis einfach
mal ein aktuelles Röntgenbild schicken, dann schau ich drauf. Für eine erste Einschätzung.
Viele Grüße
Ulrich Schmitt