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Wir beantworten Ihre Frage

Als erfahrener Zahnarzt beantworte ich hier die Fragen,
die mir meine Patienten am häufigsten stellen.

Dr. Ulrich Schmitt, Zahnarzt mit Schwerpunkt Endodontie in Bensberg
Irene S - 22. November 2021

Eiterfistel an alter Wurzelfüllung – was tun?

Vor ca. 30 Jahren habe ich eine Wurzelfüllung im Oberkiefer (Zahn 14?) bekommen, die einige Jahre später überkront wurde. Vor 2 Jahren schwoll das Zahnfleisch an diesem Zahn an und aus einem Kanal im
Zahnfleisch entlud sich über einige Monate immer wieder Eiter. Ich dachte dabei jedoch nicht mehr an die Wurzelfüllung und meine damalige Zahnärztin fand das auch nicht weiter schlimm. Sie meinte
nur: das heilt ab – tat es auch… zumindest rein äußerlich. Seitdem hatte ich keine Beschwerden mehr. Heute sagte mir – nach Arztwechsel – die neue Zahnärztin, dass sich an dem wurzelgefüllten Zahn
eine Fistel gebildet hätte, die den nebenstehenden Zahn bedrohen könnte. Die Röntgenaufnahme zeigte auch, dass die Wurzelfüllung wohl nicht bis zur Spitze durchgeführt worden war, sondern davor
"abknickte" bzw. endete. So erklärte mir die neue Ärztin den wohl über Jahre entstandenen Infektionsherd. Sie empfahl, den Zahn zu ziehen und zu überbrücken. Nun meine Frage: würden Sie mir raten,
nochmals einen Endodontologen aufzusuchen um den Zahn evtl. zu erhalten (wie hoch wären die Erfolgschancen im Falle dass) oder ist das Ziehen dieses wurzelgefüllten Zahnes wegen der über Jahre
entstandenen Fistel sinnvoll und üblich? Herzlichen Dank vorab für Ihre Antwort !

Antwort von Dr. Ulrich Schmitt

Hallo Irene,
ich würde Ihnen empfehlen einen Endodontologen aufzusuchen. Ohne Kenntnis des Röntgenbildes kann ich dennoch sagen, dass in den meisten Fällen Erfolgsaussichten bestehen.
Eine Fistel, egal wie lange sie besteht, heilt innerhalb weniger Tage aus, wenn die Ursache (in der Regel die Infektion im Kanal) beseitigt worden ist. Das ist natürlich nicht immer trivial, daher zu
einem Endodontotologen.
Dieser wird auch andere mögliche Ursachen für die Probleme des Zahns befunden, z.B. ob der Zahn eine Fraktur hat, einen Riss. Das bedeutet meistens die Zahnentfernung.
Die Größe des Knochendefektes um die Wurzelspitze spielt für die Erfolgsaussichten in aller Regel übrigens auch keine Rolle. Es dauert dann nur einfach länger bis der Knochen wieder ausheilt, nach
erfolgreicher Wurzelkanaltherapie.
Auch eine Wurzelspitzenresektion kann in den meisten Fällen durch die Revisionsbehandlung vermieden werden, auch bei Zähnen mit Fistel. Nur der Vollständigkeit halber ;-).
Viele Grüße
Ulrich Schmitt