
Parodontitis behandeln, damit Ihre Zähne festen Halt behalten
Zahnfleischbluten beim Putzen? Das ist kein harmloses Zeichen. Oft steckt eine Parodontitis dahinter, also eine chronische Entzündung, die Zahnfleisch und Kieferknochen langsam abbaut. Laut Deutscher Mundgesundheitsstudie ist etwa jeder zweite Erwachsene mittleren Alters betroffen, meist ohne es zu wissen.
Die gute Nachricht: Früh erkannt, lässt sich Parodontitis gut behandeln. In unserer Praxis in Bensberg arbeiten wir nach der aktuellen wissenschaftlichen Leitlinie. Eine regelmäßige Nachsorge sichert das Ergebnis langfristig.
Woran Sie eine Parodontitis erkennen
Frühe Warnzeichen sind leicht zu übersehen:
- Zahnfleischbluten beim Putzen
- gerötetes oder geschwollenes Zahnfleisch
- Zahnfleischrückgang und „länger“ wirkende Zähne
- anhaltender Mundgeruch
- gelockerte oder wandernde Zähne
Da Parodontitis lange schmerzfrei verläuft, untersuchen wir die Zahnfleischtaschen routinemäßig. Je früher sie erkannt wird, desto einfacher lässt sie sich behandeln.

Häufige Fragen zur Parodontitis
Ist Parodontitis heilbar?
Parodontitis ist eine chronische Erkrankung. Mit einer konsequenten Therapie und regelmäßiger Nachsorge lässt sie sich jedoch in den meisten Fällen dauerhaft stabilisieren, und die Zähne bleiben erhalten.
Hat Parodontitis Auswirkungen auf den ganzen Körper?
Ja. Die chronische Entzündung steht in Wechselwirkung mit Diabetes und wird mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Schwangerschaftskomplikationen und weiteren Allgemeinerkrankungen in Verbindung gebracht. Eine Behandlung kann zum Beispiel die Blutzuckereinstellung bei Diabetes verbessern.
Übernimmt die Krankenkasse die Behandlung?
Seit 2021 umfasst die Kassenleistung eine strukturierte Parodontitis-Therapie mit Aufklärung, Mundhygieneunterweisung, antiinfektiöser Therapie und unterstützender Nachsorge (UPT). Zusätzliche Leistungen und ihre Kosten besprechen wir vorab mit Ihnen.
Ist eine Operation nötig?
In den meisten Fällen nicht. Wir setzen vorrangig auf nicht-chirurgische Verfahren. Ist ein Eingriff doch sinnvoll, nutzen wir mikrochirurgische Techniken, mit denen sich teilweise auch Gewebe wieder aufbauen lässt.
Mund und Körper hängen zusammen.
Parodontitis ist keine reine Zahnfleischerkrankung. Die Entzündung kann den gesamten Organismus belasten. Umgekehrt beeinflussen Stress, Rauchen, Ernährung oder Diabetes ihren Verlauf. Deshalb beziehen wir Ihre allgemeine Gesundheit immer in die Therapie ein.

Moderne Therapie nach aktueller Leitlinie
Grundlage unserer Behandlung ist die internationale Klassifikation von 2018 und die darauf aufbauende S3-Leitlinie. Sie teilt Parodontitis nach Stadium (Schweregrad) und Grad (Fortschrittsrisiko) ein. So können wir Therapie und Nachsorge genau auf Ihre Situation abstimmen.
Kern der Behandlung ist die Reinigung der Wurzeloberflächen in den Zahnfleischtaschen. Sie erfolgt unter örtlicher Betäubung mit feinen Ultraschall- und Handinstrumenten.
Langfristig stabil durch Nachsorge
Nach der aktiven Therapie entscheidet die Nachsorge über den langfristigen Erfolg. In der unterstützenden Parodontitistherapie (UPT) kontrollieren wir regelmäßig die Zahnfleischtaschen und reinigen gezielt, in einem Abstand, der zu Ihrem Befund passt. Mehr dazu auf unserer Seite zur professionellen Zahnreinigung.
So behandeln wir Parodontitis
Befund
Wir messen die Zahnfleischtaschen, werten Röntgenbilder aus und bestimmen, wie weit die Erkrankung fortgeschritten ist.
Aufklärung
In einem ausführlichen Gespräch erklären wir Ihnen Ursachen, Risikofaktoren und den geplanten Behandlungsablauf.
Vorbehandlung
Eine professionelle Reinigung und eine persönliche Anleitung zur Mundpflege schaffen die Grundlage für die Therapie.
Tiefenreinigung
Unter örtlicher Betäubung reinigen wir die Wurzeloberflächen in den Zahnfleischtaschen.
Reevaluation
Nach einigen Monaten überprüfen wir, wie gut das Zahnfleisch ausgeheilt ist, und entscheiden gemeinsam über die nächsten Schritte.
Nachsorge
In regelmäßigen Nachsorgeterminen halten wir das Ergebnis stabil und beugen einem Rückfall vor.
Quellen
- Papapanou PN, Sanz M, Buduneli N, et al. Periodontitis: Consensus report of workgroup 2 of the 2017 World Workshop on the Classification of Periodontal and Peri-Implant Diseases and Conditions. Journal of Periodontology. 2018;89(Suppl 1):S173–S182.
- Sanz M, Herrera D, Kebschull M, et al. Treatment of stage I–III periodontitis – The EFP S3 level clinical practice guideline. Journal of Clinical Periodontology. 2020;47(Suppl 22):4–60.
- Jordan AR, Micheelis W (Hrsg.). Fünfte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS V). Köln: Deutscher Zahnärzte Verlag; 2016.
- Sanz M, Ceriello A, Buysschaert M, et al. Scientific evidence on the links between periodontal diseases and diabetes: Consensus report and guidelines of the joint workshop on periodontal diseases and diabetes by the IDF and the EFP. Journal of Clinical Periodontology. 2018;45(2):138–149.